Chronische Nierenerkrankungen im Zusammenhang mit Ihrer Mundgesundheit

Die allgemeine Mundgesundheit und der Zustand der Zähne stehen im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen. Als Beispiel sollen Ihnen an dieser Stelle stellvertretend Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen genannt werden. Durch eine Vielzahl Untersuchungen wurde bestätigt, dass parodontale Erkrankungen und Paradontitis die Nieren stark belasten. Bei Patienten, die an Niereninsuffizienz oder einem sonstigen chronischen Nierenleiden erkrankt sind, verschlechtern sich die Nierenwerte. Umgekehrt wurde festgestellt, dass sich nach erfolgreich abgeschlossener Parodontaltherapie die Nierenwerte verbesserten.

Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen sind anfälliger gegen Paradonditis und Karies

 

Falls Sie unter einer chronischen Nierenerkrankung leiden, sind Sie anfälliger für chronische Entzündungen des Zahnhalteapparats und des Zahnfleisches sowie gegen Karies. Als Betroffener müssen Sie deshalb besonders auf eine regelmäßige und gewissenhafte Mundhygiene achten. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sind Patioenten mit einem chronischen Nierenleiden Pflicht. Diagnostiziert Ihr Zahnarzt eine paradontale Entzündung oder Karies, müssen Sie diese unverzüglich behandeln lassen.

So beeinflussen Nierenerkrankungen Ihre Mundgesundheit

Falls Sie unter einer chronischen Nierenerkrankung leiden, sollten Sie ihren Zahnarzt unbedingt über Ihre Erkrankung informieren, damit er die Erkrankung bei der Durchführung von Prophylaxemaßnahmen und Behandlungen berücksichtigen kann. Patienten mit Nierenerkrankungen leiden häufig unter Mundtrockenheit und/oder zu geringem Speichelfluss. Durch diesen Umstand wird die Selbstreinigung im Mundraum drastisch eingeschränkt. Ihr Körper produziert weniger Abwehrzellen und kann diese nicht optimal transportieren. Dadurch ist weniger Kraft zur Bekämpfung von Entzündungen verfügbar. An mangelhaft von Speichel umspülten Zähnen und schlecht durchblutetem Zahnfleisch wiederum können sich Bakterien leicht anhaften. Sie müssen deshalb täglich Entzündungen in Ihrem Mund vorbeugen. Außer einer schonenden, gründlichen Zahnreinigung können Ihnen ergänzend medizinische Produkte, welche das biologische Gleichgewicht im Mundraum und/oder den Speichelfluss fördern, empfohlen werden.

Bei Dialysepatienten sind auch die Kieferknochen gefährdet

Falls Sie unter einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz leiden oder wenn Sie regelmäßig zur Dialyse müssen, besteht zudem die Gefahr einer Knochenentkalkung. Diese wird durch mangelhafte Ausscheidung von Phosphat und eine verstärkte Ausscheidung von Kalzium begünstigt. Diese wirken sich ungünstig auf Ihre Nebenschilddrüse aus, welche für die Bildung des Hormons Parathormon zuständig ist. Das Nebenschilddrüsenhormon reguliert den Kalziumspiegel in Ihrem Blut. Ist die Kalziummenge, die über den Urin ausgeschieden, wird zu hoch, ist eine übermäßige Produktion des Hormons Hyperparathyreoidismus die Folge und es kommt zu einer Demineralisation und/oder Entkalkung der Knochen.

Für Nierenpatienten sind regelmäßige Besuche beim Zahnarzt Pflicht

Um Paradontalerkrankungen vorzubeugen und die Gesundheit Ihres Mundes und Ihrer Zähne optimal zu erhalten beziehungsweise zu handeln, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Zahnarzt zwingend notwendig. Zu empfehlen sind Ihnen pro Jahr zwei bis drei zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen. Falls eine Zahn- oder Paradontalbehandlung notwendig ist, muss Ihr Zahnarzt Ihre aktuellen Nierenwerte und den Status Ihres Nierenleidens kennen.

Besonders wichtig ist eine aufgeschlossene Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Zahnarzt, falls Sie unter einer bereits fortgeschrittenen Niereninsuffizienz oder an einem chronischen Nierenleiden erkrankt sind. Insbesondere bei chirurgischen Eingriffen (Wurzelbehandlung, Wurzelspitzenresektion, Ziehen eines Zahnes, Einsetzung eines Implantats) und aufwendigen Zahnsanierungen muss Ihr Zahnarzt eine schlechtere Blutgerinnung, verringerte Durchblutung und ein erhöhtes Infektionsrisiko berücksichtigen.

Ihr Zahnarzt kann eine Prophylaxe beziehungsweise Behandlung nur korrekt planen, wenn Sie ihn über eine bestehende chronische Nierenerkrankung informieren. Er wird Ihnen, um der Entstehung von Infektionen vorzubeugen, Antibiotika verschreiben und die Art des Medikaments und die Dosis auf die Medikamente abstimmen, welche Sie bereits einnehmen, um zusätzliche Belastungen Ihrer Nieren zu vermeiden. Eine Rücksprache mit Ihrem Hausarzt kann deshalb sinnvoll sein.

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